Overblog Alle Blogs Top-Blogs Humor
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU

Kleine Geschichten

Werbung

Faul

Eine der verhasstesten Dinge im Leben Fatmans waren der Erziehenden dumme Sprüche. Zum Beispiel musste er sich immer wieder den genialsten aller Sprüche anhören, der da lautete: “Ich bin Peter Du bist Paul, ich bin fleißig du bist faul!“. Da er weder Peter noch Paul zu heißen schien, musste es dann doch wohl Faul sein. So erhielt er seinen ersten Spitznamen. Später wurde ihm dann auch noch der Name “Paul“ zugeteilt, da die Quasieltern es leid waren sich permanent für den Idioten zu entschuldigen, der sich stets und überall höflichst mit  “Faul“ vorstellte. So mussten sie sich nur mehr dafür entschuldigen, dass er eine schlechte Aussprache hatte. Um bei schlampiger Aussprache zu bleiben, war Faul einmal aufgefallen, dass er wenn er WAWA rief, beide Erziehungsberechtigten angestiefelt kamen. Ganz zu seinem Amüsement. Weniger zu dem der anderen beiden Beteiligten. So begann er aus lauter Übermut alle paar Minuten “WAWA“ zu brüllen. Hätte er damals gewusst, dass Übermut nur selten gut tut. Was soll ich berichten? Kurz gesagt der Backhandflip sorgte für ausgleichende Gerechtigkeit. Dem war leider nicht immer so. Einmal hatte der Pascha beim heraussuchen irgendwelchem Kleinmistes aus einem der Kommodenunterschränke, seine importiere, ach so sehr, geliebte Terrakottafigur, die eine nackte liegende Venus darstellte, die Teilweise noch etwas grüne Farbe trug. Er hatte sie im Louvre gekauft. Sie war aus dem Louvre in Paris. Eine Originalkopie in Limitierter Auflage. Eine Seltenheit eine Rarität. Und nun war sie zerbrochen. Unwiederbringlich dahingerafft von schmutzigen kleinen Zwergenhänden. Sicher war es dieser Faul mit seinen schmierigen kleinen Griffeln. Es schauderte ihm. Fatman wurde konsultiert. Mit gewaltiger Präzision landete seine Quadrathand auf Pauls, inzwischen dadurch geformten Quadratschädel. Je mehr dieser bestritt, desto heftiger wurde ihm eingebläut, dass er es doch gewesen sein musste denn es gab ja sonst niemanden außer ihm. Gut da war noch sein um sieben Jahre jüngerer Bruder, der Prinz. Aber der wäre, so meinte der Watschenmann, gar nicht in der Lage und das Alter dazu so eine infame Tat zu begehen. Also beschloss er weiter den Knaben zu formen. Frei nach dem Motto: “ ..und bist du nicht willig, dann brauch ich Gewalt..“. Zu diesem Zeitpunkt betrat der Prinz die Szene, herangelockt von den schrecklichen Tönen die Faul von sich gab. Dieser erspähte die zerbrochene Statue, machte auf dem Absatz kehrt, und war im Begriff mit den Worten “OH-OH“ zu verduften, als er auch schon an den Hosenträgern seiner Latzhose gestoppt wurde. Der Chef hatte ihn mit einer Hand gefangen, ohne jedoch aufzuhören die andere auf Fauls Quadratschädel zu donnern.  Nach einer kurzen einarmigen Befragung des Prinzen stellte sich heraus, dass es dieser Schubiak gewesen war, der die Figur ramponiert und die Tat verschleiert hatte. Nach der Befragung wurde dieser in die Freiheit entlassen, ohne auch nur angebrüllt worden zu sein. Geschweige körperlicher Verunglimpfung.  Fatman verstand die Welt nicht mehr. Da der Drillsergeant immer noch auf ihn einhieb. Mit erhobenem Zeigefinger versuchte er nun zu betonen, dass nicht er es war, sondern der Andere. Da wurde ihm entgegengehalten, dass der Prinz , a) zu klein wäre und b) es sowieso nicht verstehen würde, eine gezuckert zu bekommen. Er hingegen schon. Außerdem wäre er als Älterer für alle Handlungen des Minimonsters mitverantwortlich. Der daraufhin  folgende Weinkrampf wurde sofort belohnt. Diese Lektion hatte er jedenfalls noch nicht so intus.

Werbung
Zurück zu Home
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post