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Kleine Geschichten

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Strom und andere Schläge

Eines schönen Tages, oder besser gesagt abends hatten Fauls Bewacher beschlossen einen darauf zu machen. Nun, in den Sechzigern waren Babysitter ebenso unbekannt wie Verhütungsmittel. Das war lange bevor der Paschaprinz geboren wurde. Wie gesagt, die Erwachsenen gingen um sieben Uhr außer Haus und teilten dem Zwerg mit, er möge doch ins Bett gehen. Fernseher gab es zu dieser Zeit auch noch keine genauso wie egal was.  So saß Fatman nun da im Wohnzimmer am Boden. Ach ja ich vergaß, keine Möbel.  Er saß eben so da und überlegte was er denn zur Linderung der Not der restlich zivilisierten Welt beitragen könne. Er dachte zurück an den Vorabend. Der Pascha hatte ein Verlängerungskabel gebastelt. Es gab weder Bauhäuser noch Billigware aus Fernost. Er hatte also ein Kabel gebastelt indem er einen Stecker, damals noch zweipolig, an das Kabel befestigt hatte.  Dann hatte er eine kleine Whiskypause getätigt und etwa zwei Drinks später am anderen Ende ebenfalls einen Stecker montiert. Da er das Kabel bereits ausgerollt und in seine entgültige Position gebracht hatte, war ihm das vermutlich entgangen.  Er steckte dann dieses Ende ein. Zwei Drinks später ging er dann voller Enthusiasmus zum anderen Ende und steckte dieses ebenfalls in eine Steckdose. Klar hatte er dann auch noch das Glück der vertauschten Polarität. Bei einer fünfzig - fünfzig Chance erreichbar. Das Resultat war ein lauter Knall, ein kleiner Lichtbogen, etwas Rauch und ein lachender Zwerg. Da musste er auch nicht mehr warten um sich mittels eines leichten Vorhandmanövers vom Lachsack zu befreien und sich  dadurch Linderung zu verschaffen.

Faul musste immer noch lachen wenn er an dessen verdutzten Gesichtsausdruck dachte.  Von der Backpfeife spürte er so gut wie nichts mehr, was er allerdings auch spürte war der Drang das Feuerwerk nachzustellen. Leider konnte er weder Kabel noch Stecker finden, wohl aber eine fette Stricknadel. Beherzt nahm er diese in die Hand und steckte sie mit einem Ruck in die Dosenöffnung. Da ja bekanntlich die Erbse nicht weit vom Pferd fällt, ereilte ihn die fünfzig – fünfzig Chance ebenso wie den Patriarch. Eine halbe Stunde und eine Rückwärtsrolle später fand er sich in der Zimmerecke wieder. Alles tat ihm weh, und er stellte fest, dass er blind war. Er konnte nichts mehr sehen. Also tastete er sich wohl oder übel von einem Raum zum anderen. Als er an den Balkontüren vorbeikam bemerkte er, dass weit weg ein Lämplein brannte. Hurra, er war also nicht blind. Aber er hatte wohl den Strom des gesamten Blocks lahmgelegt. Die Nacht war es also, die mit unterbitterlicher Härte in sein Haus eindrang. Er  wusste nicht wo die Kerzen waren. Also blieb er am Boden sitzen. Plötzlich war es ihm als würde sich etwas in der Wohnung bewegen. Es knackte und knisterte  in allen Ecken so schien es ihm.  Faul ergriff die Panik. Wie sollte er sein Heim beschützen? Er tastete sich in die Küche, wild entschlossen sein Heim zu verteidigen. Er brauchte Waffen. Waffen um sich zu wehren. Alles was er fand war ein Handmixer.  Na gut, dann würde er seine Feinde eben zu Tode mixen. In diesem Moment ging die Türe auf und eine dunkle Gestalt kam auf ihn zu.  Dass es seine Mutter war bemerkte er erst als das Licht wieder anging und er sich  aus seiner Angstlähmung wieder befreien konnte. Wovon er sich allerdings nicht befreien konnte war Paschas Backhand, die belohnte für das Stromexperiment.

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